FAQ & Wissen zu Motorspindeln: Motorspindel-Features

SPINOGY Motorspindeln bieten eine Vielzahl an individuellen Konfigurationsmöglichkeiten, um sie optimal an die jeweilige Anwendung anzupassen:

  • Kühlart: Luft- oder Flüssigkeitskühlung
  • Werkzeugschnittstelle: MTC, QTC, ATC, DTC
  • Motor: Leistung, Spannung und Polzahl
  • Maximale Drehzahl
  • Spindellager: Stahl- oder Hybridlager
  • Temperatursensoren: z. B. am Motor-Wickelkopf sowie an den Lagern (vorne und hinten)
  • Drehzahlsensoren: induktiver Sensor oder Encoder
  • IP-Schutzklasse
  • Anschlüsse: gerade oder gewinkelt
  • Personalisierung / Branding: z. B. mit eigenem Logo
  • Garantieerweiterung

 

Damit lassen sich die Motorspindeln präzise auf unterschiedliche Anwendungen und Anforderungen abstimmen – von Standardlösungen bis hin zu kundenspezifischen Sonderausführungen.

Je nach gewählter Leistung kommen in den SPINOGY HF-Spindeln entweder Asynchronmotoren oder Synchronmotoren zum Einsatz.

SPINOGY X22:

  • 1,5 kW – 3,0 kW: Asynchronmotor
  • 4,0 kW: Synchronmotor

SPINOGY X30:

  • 3,0 kW – 5,0 kW: Asynchronmotor
  • 6,0 kW: Synchronmotor

Die Wahl des Motortyps hängt dabei von der gewünschten Leistungs- und Drehmomentcharakteristik der Motorspindel ab.

Die SPINOGY Hochfrequenzspindeln sind je nach Leistung mit 230 V oder 400 V verfügbar.

  • 1,5 kW bis 3,0 kW: 230 V & 400 V
  • 4,0 kW bis 6,0 kW: 400 V

Damit lassen sich die Spindeln flexibel in unterschiedliche Maschinen- und Anlagenkonzepte integrieren.

Bei den Motoroptionen der SPINOGY Spindeln kann in jeder Leistungsklasse zwischen einem 2-poligen und einem 4-poligen Motor gewählt werden.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Nenndrehzahl:
Ein 2-Pol Motor erreicht bei gleicher Frequenz eine etwa doppelt so hohe Drehzahl wie ein 4-Pol Motor.

Dadurch verschiebt sich auch der Leistungsbereich:

  • 2-Pol Motoren sind für hohe Drehzahlen optimiert
  • 4-Pol Motoren liefern ihr Drehmoment und ihre Nennleistung in einem niedrigeren Drehzahlbereich, erreichen allerdings die gleichen Drehzahlen wie der 2-Pol Motor

Deshalb eignen sich 4-Pol Motoren besonders für Anwendungen mit höherem Drehmomentbedarf bei niedrigen Drehzahlen, wie z. B. Bohr- und Gewindebearbeitungen oder bei Verwendung von größeren Werkzeugen. D.h. überall dort wo Drehmoment wichtiger ist als Drehzahl.

Der Verguss des Stators hat folgende Vorteile:

  • Verbesserte Wärmeleitung: Wärme wird effizienter abgeführt, was eine höhere Dauerleistung und eine reduzierte thermische Belastung ermöglicht
  • Erhöhte mechanische Stabilität: Schutz gegen mechanische Belastungen
  • Längere Lebensdauer: Durch verbesserte Kühlung, wird Alterung der Isolation deutlich verringert
  • Geräuschreduzierung: Der Verguss reduziert Schwingungen der Wicklungen und damit die Geräuschentwicklung der Spindel.

Der Unterschied zwischen Stahl- und Hybridlagern liegt im Material der Wälzkörper:

Bei Stahllagern bestehen sowohl die Lagerringe als auch die Kugeln aus Stahl.

Bei Hybridlagern sind die Lagerringe aus Stahl, während die Kugeln aus Keramik (z. B. Siliziumnitrid) gefertigt sind.

Vorteile von Hybridlagern:

  • Höhere Drehzahlen durch geringere Zentrifugalkräfte
  • Geringere Reibung und damit reduzierte Wärmeentwicklung
  • Verbesserte Laufruhe und höhere Steifigkeit
  • Elektrische Isolation innerhalb des Lagers

Stahllager stellen eine robuste und kosteneffiziente Lösung für Anwendungen mit moderaten Drehzahlen dar und werden daher in der Grundausstattung aller unserer Frässpindeln verwendet.

Ja – luftgekühlte SPINOGY Motorspindeln können optional mit einem Filter ausgestattet werden. Auch bei bestehenden Spindeln ist eine Nachrüstung problemlos möglich.

Der Einsatz eines Filters wird insbesondere in Anwendungen empfohlen, bei denen feine Partikel oder Stäube entstehen, die durch den Lüfter in die Spindel angesaugt werden könnten.

Alternativ kann für eine vollständige Kapselung der Spindel auch eine flüssigkeitsgekühlte SPINOGY Frässpindel eingesetzt werden.

In SPINOGY ATC-Spindeln erfolgt die Überwachung der Werkzeugspannung über integrierte Sensoren:

Sensorik (Standard):

  • 2 Sensoren zur Überwachung der Spannstellung (Werkzeug gespannt / gelöst)
  • 1 Sensor zur Überwachung der Kolbenstellung

Funktionsweise:

  • Einsatz von induktiven Sensoren
  • Ausgabe als digitales Signal:
    • 24 V (High) = Signal aktiv
    • 0 V (Low) = Signal inaktiv

Somit ist eine sichere Erkennung des Spannzustands, sowie eine hohe Prozesssicherheit beim automatischen Werkzeugwechsel gegeben.

Die Drehzahlregelung ermöglicht es, dass das volle Drehmoment bereits ab 0 U/min verfügbar ist. Ohne Regelung steht das maximale Drehmoment erst ab etwa 5.000 U/min zur Verfügung.

Vorteile in der Praxis:

  • Volles Drehmoment auch bei niedrigen Drehzahlen
  • Optimal für Bohr- und Gewindebearbeitungen
  • Ideal für schwere Zerspanungen
  • In Kombination mit 4-Pol-Motoren besonders leistungsstark im unteren Drehzahlbereich

SPINOGY Motorspindeln bieten verschiedene Optionen zur Temperaturüberwachung:

PTC am Motor-Wickelkopf (Standardausstattung):

  • Serienmäßig integrierter Temperatursensor
  • Schaltschwelle zur Übertemperaturüberwachung
  • Anbindung an den Umrichter → automatische Abschaltung bei Überschreitung

Zusätzliche PTCs (optional):

  • Integration am vorderen- und/oder hinteren Lager möglich
  • Bei mehreren Sensoren: Kaskadenschaltung
  • Auslösung eines Sensors führt zur Abschaltung der Spindel

PT100 (optionale Temperaturmessung):

  • Einsetzbar am Motor-Wickelkopf sowie am vorderen- und/oder hinteren Lager
  • Kontinuierliche Erfassung der tatsächlichen Temperaturwerte
  • Ideal für Monitoring und Predictive Maintenance

SPINOGY Motorspindeln können mit verschiedenen Drehzahlsensoren ausgestattet werden.

  • Induktiver Drehzahlsensor (Grundausstattung bei ATC und DTC)
  • Encoder analog 1Vss (sin/cos)
  • Encoder digital TTL

Anwendung:

  • Drehzahlüberwachung
  • Drehzahlregelung
  • Absolute Positionierung der Spindelwelle (nur mit Encoder möglich)

Ja, Gewindeschneiden bzw. Rigid Tapping ist mit SPINOGY Frässpindeln möglich.

Voraussetzungen:

  • Encoder-Option zur exakten Positionsüberwachung der Spindelwelle
  • 4-Pol-Motoroption empfohlen für optimales Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich

Ja – mit SPINOGY Motorspindeln kann auch gebohrt werden. Dazu empfiehlt sich die 4-Pol Motoroption.

Sperrluft ist ein Luftstrom, der in vielen Motorspindeln genutzt wird, um die Lager vor Staub, Spänen oder Flüssigkeiten zu schützen.

Nachteile herkömmlicher Sperrluftsysteme:

  • Permanente Druckluftversorgung nötig
  • Hohe Energiekosten, besonders bei Dauerbetrieb

SPINOGY-Lösung:

  • Verzicht auf Sperrluft → keine zusätzlichen Energiekosten
  • Schutz der Lager durch innovative 5-stufige Labyrinthdichtung
  • Effektiver Schutz vor Fremdpartikeln ohne Druckluft

Jede SPINOGY Spindel ab Stückzahl 1 kann individuell personalisiert werden. Es wird zwischen zwei Optionen unterschieden:

 

  • Personalisierung: eigenes Logo auf der rechten oder linken Seite der Spindel
  • Branding: Wir verzichten auf unser Logo auf der Spindelvorderseite und anstatt dessen lasern wir euer Logo drauf